Antigua erreicht

Nachdem es uns gelungen ist, unseren „alten“ Watermaker gegen einen Neuen zu tauschen, was uns nochmals fast 1000 € kostete, ging es endlich weiter. Wir verließen die Marina Le Marin und machten uns auf Richtung Norden, d.h. in diesem Fall die nördlichste Bucht von Martinique, Saint Pierre. Eine ungewöhnliche Bucht mit sehr steil abfallender Küste. In einer Entfernung von 500 m vom Strand noch 60 m tief, bei 200 m noch 30m. Schwer einen guten Ankerplatz zu finden. Auf 25m fiel er dann, 70m Kette gesetzt! Der Anker hielt gut. Am Morgen besuchte uns ein Ranger und teilte uns mit, dass wir in einer Ankerverbotszone liegen, da zwischen uns und dem Anker ein Wrack liege. Beim aufholen sollten wir direkt über den Anker fahren ! Vielleicht sollten die Karten auch die ausliegenden Tonnen enthalten ? Alles gin gut ! Von St. Pierre nahmen wir Kurs auf die Iles des Saintes, ein kleines Island Paradies südlich von Guadeloupe! Wir starten mittags, um am nächsten Morgen, bei Sonnenaufgang unser Zielgebiet anlaufen zu können. Ab 19.00 Uhr bis 00.30 Uhr totale Flaute entlang der Insel Dominica! Um 23.00 Uhr hatte ich die Nase voll, zumal wir langsam auf die Nordküste zu trieben. Motor an und ein paar Meilen gewinnen. Ab 2.00 Uhr übernahm dann wieder der Wind den Vortrieb. Er nahm heftig zu, so dass wir sogar noch reffen mussten. 5.30 Uhr, in der wunderbaren Morgendämmerung schlichen wir durch die enge Einfahrt zwischen les Augustins und Terre de Bas. Einige Superyachten in Mitten des Pas du Sud vor Anker umschiffen, einen Ankerplatz in der Bucht von Bourg des Saintes finden. Alle Moorings waren noch besetzt. Anker auf 15 m gefallen, zwei Delfine begrüßten uns auf ihrem Morgenspaziergang. Frühstück und dann ein paar Stunden Schlaf. Unsanft weckte uns der Ruf : „Skipper de That´s Life“ ! Wir durften im Mooring Feld nicht ankern. So suchten wir uns an der NO Seite der Bucht eine dann freie Mooring. Die Uta sofort mit dem Bootshaken zu fassen bekam. Mooring fest für zwei wunderbare Tage in dieser herrlichen Bucht. Bei einem ersten Landgang konnten wir die schmucken Häuschen, bunt angestrichen, sehr gepflegt bewundern, schöne kleine Restaurants befanden sich darunter. Einklarieren ? Nein, wenn Sie aus Martinique kommen, nicht nötig! Ausklarieren nein auch nicht. Für den Abend fanden wir ein Restaurant, zwar nicht am Wasser, aber sehr gepflegt in der „Hauptstrasse“ der Fußgängerzone, wenn man in diesem Dorf das so sagen kann. Der Koch und Chef reservierte uns einen schönen Tisch draußen, gab uns Empfehlungen und enttäuschte uns nicht.
Für den nächsten Morgen hatten wir uns Frühsport verordnet. Das 1867 erbaute Fort Napoleon liegt auf einem 320m hohem Hügel, den wir vor dem Frühstück erklommen, da es um 9.00 Uhr öffnete waren wir die ersten Besucher und genossen einen traumhaften Ausblick über die Iles des Saintes und bis nach Guadeloupe. Ein Schild verkündete „ Einer der schönsten Ausblicke der Welt, oder der Schönste“! Egal jedenfalls traumhaft. Danach mit frischem Baguette das herrliche Uta Frühstück und ein bisschen Ruhen.

Am 26. März, morgens 10 Uhr Start in den Norden von Guadeloupe, Anse Deshaies, der Absprung nach Antigua. Herrliches Segeln der Küste von Guadeloupe folgend, bis etwa 10 sm vor der Bucht, in der wir die Nacht verbringen wollten. Winddrehung um 90 Grad, nur noch Thermik, Wasser zu Land Wind, fast aus unserer Zielrichtung, hieß abfallen, abfallen bis wir Richtung Cuba NW Kurs anliegen hatten. Das machte noch keinen Sinn! Also leider unter Motor die letzten Meilen und in der sehr romantischen von Palmen gesäumten Bucht den idealen Ankerplatz gefunden. Wunderbare gefüllte Paprika genossen, die vorbeischwimmende Schildkröte bekam leider nichts ab, Stratos Wein aus Lanzarote dazu, um 20.00 Uhr in den Tiefschlaf, nachdem noch mindestens 10 Schiffe irgendwie Platz gefunden hatten. Dann wieder mit dem Hellwerden um 5.30 Uhr Start Richtung Antigua, dem Mekka aller Segler in der Karibik. Erst wenig Wind, dann 15-20 kn aus ENE ! Herrlich, unter voller Beseglung mit 7 kn im Schnitt Richtung English Harbour, wo im April die Antigua Sailing Week stattfindet, dieses Jahr mit über 200 Schiffen. Dann sind wir längst weg. Die Einfahrt ist ein wenig knifflig, da flach und schmal, dann aber doch gut zu meistern. Einer der Schönsten Segeltage meines Lebens! Viele Yachten ankern hinter dem Fort Berkeley Point, in der Freemans Bay, zu eng befinden wir. Also weiter in den Naturhafen, an Nelson´s Dockyard vorbei, Anker fällt in der Ordonance Bay. Über Funk meldet sich der Hafenmeister. Zu nah an seiner Mole ! Was will er ? Ich bitte ihn langsamer zu sprechen, er versucht es wieder und bekundet, wir sollen mehr Kette lassen, dann würde es wohl gehen. Dingi klar, zum einklarieren fahren. Dieser Prozess ist hier schweißtreibend, da super heiß, und viele Stationen anzulaufen waren.
1. Customs
2. Easy Clear per Computer
3. Customs
4. Immigration
5. Harbour Authority
Geschafft !!

Zurück mit dem Dingi und dringend einen Anleger trinken ! Halt, da kommt der Hafenmeister und will, dass wir doch woanders ankern, die gerade rein kommenden Risenyachten (90 ft und mehr ) brauchen mehr Platz. Dürfen wir an die Pier ? Na klar ! Warum antworten sie hier nicht auf meine Reservierungsanfrage ? Es bleibt ihr Geheimnis. Anker auf, um die Gebäude herum gefahren. Mit Anker vorn langsam rückwärts (stirn to pier ) festmachen. Das erste Mal machen wir das so! es hat gut geklappt. Jetzt endlich etwas trinken, Ruhe, Motor aus und duschen! Der Pastis war ein heavy metall Drink! Uta hatte vom Ankerplatz ein schönes Restaurant gesehen. Admirals Inn ! Mal schauen, ob nur ein Drink oder Dinner ? Was für ein wunderschön restauriertes altes Gebäude, 10 Zimmer, Restaurant, Bar, Terrasse. Eine sehr freundliche Begrüßung, ja, schauen Sie sich gern um. Erst ein Bier und eine frozen Margaritha, dann ein Sterne verdächtiges Menu vom Chef, einem Dänen, der uns jeden Gang kommentierte. Herrlich, freundlich delicieus ! Was für ein Traumtag eine Abenddämmerung im Mekka des Segelsports. Ich bin so dankbar, das mit Uta erleben zu können. Wir bleiben noch zwei Tage. Hier ist es zu schön !

Martinique, Meer der Blumen und der weißen Strände

Martinique ist die Insel der Farben, der Blumen, Blüten und der unglaublichsten weißen Sandstrände

Wenn man, wie auch wir, vor Jahren von Karibik träumte, dann waren das Bilder von weißem Strand, allen blau Schattierungen des Wassers und Palmen. Das alles gibt es auf dieser Insel reichlich. Das es aber auch Regenwald, eine schier unübersehbare Blütenpracht gibt war uns neu. Wer hier auf der Insel etwas auf sich und sein Haus hält, und wirtschaftlich halten kann, der verfügt über blühende Gärten in allen denkbaren Farben.

Wir warten hier in Le Marin auf die Reparatur unseres immer noch nicht funktionierenden Watermakers und geben damit den Handwerkern eine letzte Chance, nachdem schon in Las Palmas einer eine Woche daran geübt hat. Das Warten lässt sich aber bei herrlichem Wetter, einer wunderbaren Insel und sehr freundlichen Yachties im Umfeld gut aushalten. Wir haben drei Tage mit einem Polo die Insel erkundet und an einsamen Stränden in herrlicher Brandung gebadet. Gut dass auch die Literatur dank ebook nicht ausgeht.