Drei der befreundeten Yachten sind in die Bucht vor Georgetown eingelaufen, wir brauchen Diesel und wollen das flache Wasser dort meiden, deshalb ist unser Ziel die Emerald Bay Marina, etwa 12 sm nördlich von Georgetown.
Bei herrlichem Wind von 12 kn raumschots segeln wir dorthin. Wir wissen, dass die Einfahrt eng, aber betonnt ist. Der Schwell steht voll darauf, ich gebe viel Gas, das Schiff schlingert in den brechenden Wellen des Cut. Mit viel Schwung sind wir drin, aber trotz mehrmaliger Anmeldung niemand zu sehen. Einmal im Kreis gefahren, dann sehen wir einen Mitarbeiter der Marina, der uns an einen Platz winkt, der uns nicht gefällt, Wind von schräg achtern, wir können nur vorwärts in die Box! Die große Motoryacht, die auch darin liegt hat keine Fender! Klar was passiert, der Marine Mensch nimmt unsere Spring, macht sie aber nicht fest. So kann er die Leine nicht halten, ich That´s Life nicht an den Finger des Steges ziehen. Erste Schramme an der Yacht. Als alle Leinen fest sind, frage ich, warum wir bei so viel Platz nicht woanders hätten hin dürfen. „ Es könnten ja noch große Yachten kommen“. Wir waren zwei Nächte dort, keine weitere Yacht lief ein. Für den Preis, 2,2 $ pro Fuß pro Nacht wäre ein anderer Service angebracht. Wayne ist nett, aber inkompetent. Aber wir haben Strom und Wasser und einen billigen Mietwagen, mit dem wir die Insel und Georgetown erkunden.
„Das Segelmekka“ der Bahamas? Ein verlassenes Nest, in dem es gerade einen Supermarkt, ein gescheites Restaurant und viele Bruchbuden gibt, die den nächsten tropischen Sturm kaum überleben werden. Über Funk, Kanal 69, geben wir unseren Freunden Bescheid, dass wir nicht in der Stadt bleiben. Auf dem Rückweg beschließen wir, im Sandals Hotel zu Abend zu essen. Ein 6 Sterne all inclusive Resort ! Wir werden von einem Sicherheitsbeamten bis zur Rezeption begleitet, „ja Sie können einen Tagespass kaufen, 120$ mit allen Angeboten zum Essen und allen Drinks“! Wir machen das, auch wenn das einchecken ½ Stunde dauert und ich meinen Ausweis bis zum wieder gehen dort lassen muss, und halten uns dran, wir nehmen alles wahr! Erst einmal im Pub jeder ein Bier, dann ins Strandrestaurant, Uta nimmt Mahi-Mahi, ich Surf und Turf und Drinks natürlich und Wein! Alles ist sehr gut, wenn auch nicht 6 Sterne gemäß. Danach ins nächste Restaurant, noch mal eine kleine Portion gegessen, anderen Wein probiert! Wir können aber nicht mehr und ich muss noch 500m Auto fahren. Ein schöner Abend zu zweit und seit Turks & Caicos mal wieder auswärts essen. Wir fallen tot ins Bett.
Am folgenden Tag ist Einkaufen in Georgetown angesagt, zwei Bier mit unseren Freunden in Georgetown und dann wieder aufs Schiff. Wir sind wieder sehr überrascht, dass dieses Dorf einen solchen Ruf hat. Auch wenn Nebensaison ist, da ist nichts geboten, wie auch die Anderen am Abend feststellen mussten. Wir aber folgen der Empfehlung unserer Stegnachbarn und suchen das Restaurant des Grand Isles Resorts auf, das direkt an der Marina liegt. Ein herrliches Ambiente, sehr guter Service, halb so teuer wie Sandals, das Essen noch besser, der Wein gut temperiert und ein traumhafter Blick auf den weißen Strand, der wie Mehl aussieht und sich auch so anfühlt. Noch ein gelungener Abend, bevor uns die Katastrophe überfällt.
Morgens wollen wir früh zum Tanken fahren, um dann weiter den Exuma Sound entlang gen Norden zu segeln. Wir haben das Schiff am 18.05.2013 um 7.00 Uhr fertig, das Ablegemanöver besprochen. Los geht’s! Ich gebe rückwärts schub, aber leider dreht sich das Heck gegen meinen Willen mit dem Wind nach backbord, ich kann es weder mit dem Bugstrahlruder noch mit dem Ruder gerade halten! Statt voll Schub gerade zu geben, drehe ich vorn heraus aus der Box und werde seitwärts nahe an die neben uns liegenden Motoryachten gedrückt. Mit dem backbord Geräteträger touchiere ich den Anker des Nachbarbootes, der sich dort verfängt und unseren Geräteträger wie ein Spielzeug verbiegt. Ich kann mich darum nicht kümmern, da ich weiter drehen muss um nicht noch andere Schiffe zu beschädigen. Es gelingt! An der Fuel Station machen wir fest und besehen den Schaden bei uns und bei den anderen beiden Yachten, Kathrin B. aus Houston, Texas und Osprey aus Ft. Lauderdale, Florida .
Die Schäden dort halten sich im Rahmen, ein Mitarbeiter der Marina will das für 100$ wieder in Ordnung bringen. Ok! Abgemacht! Aber dennoch rufe gleich bei Pantaenius an, um den Schaden zu melden! Sicher ist sicher. Bei uns funktionieren alle Geräte, aber der Träger ist hin! Wir werden ihn in den USA neu machen lassen müssen. Ich bin super sauer auf mich, weil ich meine ich hätte es verhindern können. Ich weiß doch wie lang wir sind und welche Kraft 15 kn Wind auf unser Schiff von der Seite hat. Mehr Mut, voll zurück, hätte sicher geholfen, auch wenn das Becken nach hinten nicht viel Platz bot. Wir geben der Marina alle Daten und starten trotzdem in den Tag. Uta tröstet mich , aber sie ist nicht sonderlich erfolgreich damit. Die Ausfahrt mit viel Power genommen, treffen wir draußen auf unsere 3 Begleiter, die inzwischen die 10 sm zu uns herauf gesegelt sind. Ich beruhige mich nur langsam! Der Tag ist gelaufen. Wir haben raumen Wind, fast von achtern und segeln Richtung Nord. Ziel ist Rudder Cay Cut ! Antares mit den guten Karten auf dem Plotter schleust uns durch die Brandung und die schmale, nur 3 m tiefe Einfahrt. Anker runter, Anleger, noch einen und die uns bedauernden Freunde zum Sundowner an Bord. Ich könnte mir in den Hintern beißen, so sauer bin ich über meinen Fehler.
Gott sei Dank aber kein Schaden, der uns hindert weiter zu segeln. Es sieht nur furchtbar aus. Auch gab es keinen Personenschaden, außer an meiner Psyche, weiß ich doch, dass die Hafenmanöver nicht meine starke Seite sind. Hoffentlich klappt es in Nassau besser.
Morgens früh, am 19.05. starten wir nach Stanley Cay, wo es schwimmende Schweine geben soll. Der Exuma Sound begrüßt uns mit 20 kn Wind, nur den Klüver gesetzt rauschen wir mit 7-8 kn Richtung Ziel. Bei mir machen sich bei der Höhe der Wellen und der bei der Einfahrt zu erwartenden Dünung Bedenken breit. Wir haben „ nur“ 57 sm bis zur sicheren Durchfahrt Highborne Cay Cut! Wir schlagen daher den anderen über Funk vor, doch Staniel Cay auszulassen. Wir wissen zwar, dass alle gern diese Schweine gesehen hätten, aber ich will kein Risiko. Letztlich entscheiden sich alle, unsere Bedenken zu teilen, zumal der Ankergrund dort in Staniel Cay sehr schlecht ist und nicht sicher, dort eine Mooring zu finden, die frei ist. Also Großsegel dazu gesetzt, bis zu 8,5 kn speed mit dem Ziel Highborne Cay Cut! Leider können uns die 2mickeys nicht folgen, ihr Schiff ist zu langsam. Wir beschließen, dass sie in ein anderes Cut über Nacht gehen und wir hinter dem Highborne auf sie warten.
Dieses Nadelöhr erreichen wir um 16.30 Uhr, bei noch gutem Licht. Wir warten auf Antares und Trinity vor der Einfahrt, was für eine Welle, ein Schwell, wenn man ohne Segel dahin dümpelt. Die Welle schlägt von hinten so stark gegen das Dingi, dass wir sorgen bekommen. Endlich sind alle fertig, wir folgen wieder Antaris, hinter uns Trinity. Plötzlich über Funk „ That´s Life und Antaris für Trinity, wir müssen umdrehen, unsere Genua ist ausgerauscht!“ Das sieht aus wie eine riesige Eieruhr, klar, dass sie so nicht durch die enge Einfahrt wollen. Was machen wir ? auch umdrehen, ich habe in diesem Schwell noch 1,70m unter dem Kiel, bei quer zur Welle beim Umdrehen ist mir das zu riskant! Kurze Abstimmung mit Olaf und Andrea, wir fahren lieber weiter und lotsen dann die Trinity per AIS rein. Gesagt, getan, alles wird gut. Manche Felsen sind gerade mal 50m auseinander, aber der Schwell lässt nach der zweiten Sandbank nach, wir steuern in ruhiges Wasser, werfen Anker und sind erschöpft von diesem langen Ritt mit viel Welle, Wind und Anspannung. „Danke, liebe Freunde, dass Ihr unserem Vorschlag gefolgt seid“!

Seit Tagen versuche ich meine Kinder ans Telefon zu bekommen, weiß ich doch, dass Michi sich während seines Sportabiturs sehr geärgert hatte, was ist los? Endlich erreiche ich Robert in Südfrankreich, der mir Nachricht gibt, dass wieder alles in Ordnung ist. Auch weiß er dass es allen Brüdern gut geht! Am 20. erreiche ich dann auch Michi, der Entwarnung gibt, er klingt ganz zufrieden! Wieder Sorgen umsonst, Gott sei Dank ! Leider kann er uns nicht besuchen, da er kein USA Visum hat, sonst hätte er nach Nassau fliegen und uns nach Savannah begleiten können! Schade!
Abends sind alle Yachten wieder in Highborne versammelt, Robert credenzt uns einen seiner herrlichen Himbeer Margeritas zum Sundowner und wir verklönen den Abend bei uns an Bord.

Für 9.00 Uhr am 21. haben wir den Start nach Nassau verabredet. Pünktlich gehen alle Anker auf, der 35 sm Trip beginnt bei herrlichem Sonnenschein und 12 kn Wind aus Ost.
Es gilt die berüchtigte Yellow Bank zu überqueren, die mit Korallenköpfen gespickt ist und z.T nur 3m tiefes Wasser bietet. Bei 2,3m Tiefgang geht einem da die Muffe!
OOlaf und Andrea haben die besten Karten auf dem Rechner, wir das vorausschauende Echolot. Dann folgt Trinity und 2mickeys, die ihren eigenen Kurs segeln. Alles geht gut!
Als schon Nassau in Sicht ist, ziehen, wie vorausgesagt, dicke Gewitterwolken auf, der Wind erreicht Sturmstärke als wir die Segel schon geborgen haben. Abwarten, bis Wind, Regen und Gewitter sich verzogen haben, dann schnell in der Nassau Harbour Club Marina festgemacht, bevor weitere Gewitter aufziehen. Geschafft, ohne Schäden alles Gut!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


× 1 = zwei

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>